EmpCo-Umsetzung mit KI: Erfahrungen aus der Praxis

Seit dem 27. September 2026 gelten die Vorgaben der EmpCo verbindlich, in Deutschland umgesetzt über das UWG, und Abmahnungen sind möglich. Wer seine Umweltaussagen noch nicht geprüft hat, muss jetzt strukturiert vorgehen. Im Talk der Reihe Sustainability x AI sprechen Janika Ofterdinger und Dr. Britta Frommeyer (Nextra Consulting GmbH) mit Jessica Mohr (Head of Sustainability Management, OTTO FUCHS KG) über ein konkretes EmpCo-Projekt. Der Beitrag zeigt, wie der KI-gestützte Quick Check abläuft und was er in der Praxis liefert.

Die Änderung kurz vor dem Stichtag: Übergangsregelung für Altbestände

Der Bundestag hat am 24. September 2026 mit § 15b UWG eine Übergangsregelung für Altbestände verabschiedet. Sie betrifft Waren, die vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurden. Bei gerichtlich geltend gemachten Unterlassungsansprüchen ist dort die Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen, etwa die Schwere des Verstoßes und der Aufwand, Claims von Verpackungen zu entfernen. Der Rechtsverstoß bleibt bestehen, geändert wird nur die Durchsetzung. Online-Auftritte sind davon nicht berührt.

So läuft ein EmpCo Quick Check ab

Nextra und das Unternehmen legen zuerst den Scope fest. Anschließend werden Quellen wie URLs, PDFs, Bilder und Produktblätter hochgeladen, und ein KI-Agent identifiziert die Umwelt-Claims und stuft sie per Ampel nach Risiko ein. Das Tool ist bewusst sensitiv eingestellt, weil ein übersehener Claim schwerer wiegt als ein zu viel markierter. Nextra validiert die Ergebnisse mit einem Human in the Loop. Der Check ersetzt keine Rechtsberatung, er zeigt, wo die anwaltliche Prüfung ansetzen sollte.

Ergebnisse aus dem Projekt: Priorisierung statt Einzelfallarbeit

Otto Fuchs fertigt Komponenten aus Aluminium und Titanlegierungen. Als klassisches B2B-Unternehmen war zunächst offen, ob die EmpCo greift, doch etwa die Website kann auch Endverbraucher erreichen. Die Zahl der gefundenen Claims überraschte, die Priorisierung machte sie handhabbar. Empfehlungen für Claims mit hohem Risiko wurden zügig umgesetzt, Aussagen ohne passenden Beleg zunächst zurückgestellt.

Verantwortung und Schulung

Die Ergebnisse dienten als Grundlage, um Verantwortlichkeiten zwischen Nachhaltigkeit, Kommunikation und Legal zu klären, und liefern konkrete Beispiele für Schulungen. Aktuell geben Kommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement Claims gemeinsam frei, künftig soll der Prozess schlanker werden. Dr. Britta Frommeyer betont, dass die EmpCo kein Grund ist, nicht mehr über Nachhaltigkeit zu kommunizieren.

Das lernen Sie im Talk
  • die Übergangsregelung für Altbestände nach § 15b UWG einordnen
  • den Ablauf eines EmpCo Quick Checks von Scope bis Validierung nachvollziehen
  • Umwelt-Claims per Ampel nach Risiko priorisieren
  • den KI-Check als Vorstufe zur anwaltlichen Prüfung einsetzen
  • Verantwortlichkeiten klären und Fachbereiche anhand konkreter Beispiele schulen

 

Alle künftigen und vergangenen Webinare finden Sie auf: nextra-consulting.com/webinare. Mehr zum EmpCo-Check finden Sie hier.

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