Lineare Geschäftsmodelle folgen dem Prinzip „Take–Make–Waste“, während zirkuläre Geschäftsmodelle darauf abzielen, Materialien und Produkte möglichst lange im Nutzungskreislauf zu halten. Der zentrale Unterschied liegt darin, ob Wertschöpfung auf einmaligem Ressourcenverbrauch oder auf Wiederverwendung, Verlängerung von Lebenszyklen und Rückführung basiert.
In linearen Geschäftsmodellen werden Rohstoffe gewonnen, zu Produkten verarbeitet, genutzt und anschließend entsorgt. Dieses Modell ist stark abhängig von der Verfügbarkeit günstiger Primärrohstoffe und geht häufig mit hohen Abfallmengen, steigenden Kosten und zunehmenden Umweltbelastungen einher. Vor dem Hintergrund von Ressourcenknappheit, Preisschwankungen und regulatorischem Druck stößt dieses Modell zunehmend an seine Grenzen.
Zirkuläre Geschäftsmodelle setzen an mehreren Stellen an: Produkte werden so gestaltet, dass sie langlebig, reparierbar oder modular sind, Materialien werden wiederverwendet, recycelt oder aufbereitet, und neue Erlösmodelle entstehen – etwa durch Produkt-as-a-Service, Rücknahmesysteme oder Wiederverkauf. Wertschöpfung entsteht nicht nur durch den Verkauf eines Produkts, sondern durch dessen Nutzung über mehrere Zyklen hinweg.
Für Unternehmen bedeutet der Übergang zu zirkulären Geschäftsmodellen eine strategische Neuausrichtung. Er erfordert ein Umdenken in Design, Beschaffung, Produktion und Vertrieb und sollte klar in der Nachhaltigkeitsstrategie verankert sein. Gleichzeitig leisten zirkuläre Modelle einen wesentlichen Beitrag zur Klimastrategie, da sie material- und energieintensive Prozesse reduzieren und insbesondere Scope-3-Emissionen senken.
Auch im Kontext von Nachhaltigkeits-Reporting und Lieferketten-Due-Diligence gewinnen zirkuläre Geschäftsmodelle an Bedeutung. Sie schaffen Transparenz über Ressourcenströme, reduzieren Risiken in der Lieferkette und stärken die langfristige Resilienz des Geschäftsmodells.

