Physische und transitorische Klimarisiken beschreiben zwei zentrale Risikokategorien, die sich aus dem Klimawandel und dem Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft ergeben. Beide sind fester Bestandteil fundierter Klimarisikoanalysen und spielen eine zentrale Rolle in Klimastrategien und Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Physische Klimarisiken entstehen durch die direkten Auswirkungen des Klimawandels auf Umwelt, Infrastruktur und Menschen. Sie lassen sich in akute und chronische Risiken unterteilen. Akute physische Risiken sind kurzfristige, plötzlich auftretende Ereignisse wie Extremwetter, Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen oder Waldbrände, die unmittelbare Schäden an Standorten, Anlagen oder Lieferketten verursachen können. Chronische physische Risiken entwickeln sich langfristig, etwa durch steigende Durchschnittstemperaturen, Wasserknappheit, den Anstieg des Meeresspiegels oder schleichende Veränderungen von Ökosystemen. Diese Risiken können die Verfügbarkeit von Ressourcen, die Standortattraktivität oder die langfristige Leistungsfähigkeit von Geschäftsmodellen beeinträchtigen.
Transitorische Klimarisiken, auch Übergangsrisiken genannt, entstehen aus dem Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Sie betreffen vor allem vier Bereiche: Regulatorik, Technologie, Markt und Reputation. Beispiele sind steigende Kosten durch CO₂-Bepreisung, strengere gesetzliche Vorgaben, der Verlust von Marktanteilen durch emissionsärmere Alternativen oder Reputationsschäden infolge unzureichender Klimaschutzmaßnahmen. Transitorische Risiken sind häufig kurzfristiger Natur, können aber erhebliche finanzielle Auswirkungen haben, wenn sie nicht frühzeitig adressiert werden.
Für Unternehmen ist die strukturierte Analyse beider Risikotypen essenziell. Sie bildet einen zentralen Baustein jeder Klimastrategie und ist eng mit der Entwicklung von Transitionsplänen verknüpft. Gleichzeitig sind physische und transitorische Klimarisiken fester Bestandteil von Nachhaltigkeits-Reporting. Eine fundierte Risikobetrachtung unterstützt zudem Anforderungen aus Sustainable Finance und erhöht die Anschlussfähigkeit an ESG-Ratings und damit die langfristige Resilienz des Unternehmens.


